Erfahrungsberichte:

Was ist Haptic Sign bzw. Body Sign? 

Haptic Signs sind haptische Zeichen. Das ist eine Kommunikationshilfe mittels Tastsinn für Menschen mit Hörsehbehinderung/Taubblindheit. Sie funktionieren über Berührungen an der Hand, Schulter, Oberarm, Rücken usw.  Diese sind im Alltag praktisch anwendbar!

Nähere Infos siehe PDF von Jana Horkava im Rahmen des Workshops:

Information_Workshop_Body_Signs

 

Workshop Haptic Signs 24.04.2025 (11:30-15:30 Uhr) in Innsbruck

Am 24. April 2025 gab es in Innsbruck zum ersten Mal einen Workshop über Haptic Signs für Menschen mit Hörsehbehinderung/Taubblindheit.  Damit gab es für Betroffene als auch für Angehörige, Assistent:innen und Interessierte aus den verschiedensten Bereichen die Möglichkeit Haptic Signs zu lernen! Jana Horkava von der ÖHTB Beratungsstelle aus Wien führte den Workshop aus. Sie ist Projektmitarbeiterin, Pädagogin und Taubblinden-Assistentin. Der Workshop wurde von sehr vielen Betroffenen und einigen Assistent:innen und interessierten Fachleuten besucht.

 

Nach technischen Anlaufschwierigkeiten startete Jana Horkava mit grundsätzlichen Erklärungen zu Haptic Signs. Sie ging darauf ein, was haptische Kommunikation überhaupt ist, erklärte den Begriff Haptik sowie die Herkunft und Möglichkeiten von Haptic Signs in der Kommunikation. Sie betonte, dass haptische Kommunikation eine Ergänzung zu bestehenden Kommunikationsformen wie Lormen, Taktile Gebärden, Lautsprache ist. Haptic Sign ist somit keine eigene Kommunikationsform. Nach den Anwendungsfeldern und Möglichkeiten wurde schnell klar, welchen praktischen Nutzen Haptic Sign hat. Haptic Signs können auf unterschiedliche Körperzonen je nach Belieben ausgeführt werden. Vor allem die Art der Berührung im Sinne der Bewegung, Häufigkeit, Druckintensität und Ausführung sind wesentlich. Nach der Erklärung dieses theoretischen Inputs gingen wir auf die Vokabeln ein. Dieser Teil des Workshops war interaktiv; jede:r konnte jedes neue Wort selber spüren und auch bei einer anderen Person ausführen. Damit waren Betroffene nicht ausschließlich „Empfänger“ sondern auch Angehörige und Assistent:innen konnten die Haptic Signs spüren lernen. Jana Horkava bemühte sich sehr und ging trotz der großen Gruppe auf jede Person individuell ein. So wurden neue Wörter für blinde Personen erklärt und danach mit der Bewegung ausgeführt. Die neuen Wörter wurden auch auf visueller Ebene für Gehörlose bei einer Teilnehmerin gezeigt. Wenn sich Kursteilnehmende nicht auskannten oder etwas falsch ausführten, war Jana Horkava sofort zur Stelle. Sie erkannte im emotionalen Ausdruck sofort, wenn Hilfe notwendig war. Jedes Wort wurde solange durchgeführt, bis es jede:r verstanden und gespürt hat. Es war ein wirklich toller Workshop und hat mit Jana Horkava sehr viel Spaß gemacht. Damit aus den erlernten praktischen Haptic Signs nichts vergessen wird, können die Zeichen in einem haptischen Lexikon im Internet angeschaut werden. Hier ist der Link: https://hapticbodysigns.de/de

 

Lydia Kremslehner MA, Juli 2025

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