Selbshilfe stärkt die psychosoziale Gesundheit von Betroffenen

Studien zeigen, dass eine aktive Teilnahme an Selbsthilfegruppen die gesundheitlichen und sozialen Folgen von Erkrankungen abmildern kann. Außerdem kann die aktive Teilnahme an Selbsthilfegruppen die psychosoziale Gesundheit von Betroffenen stärken. Hier geht es zu einer aktuellen Studie aus England, die zeigt, wie wichtig es gerade beim Usher Syndrom ist, neben der medizinischen Versorgung auch die psychosoziale Gesundheit zu fördern, um negative Folgen wie Depressionen und Isolation möglichst zu vermeiden.

 

 

Dieses Bild zeigt den Vorstand des Forums Usher Taubblind (Julia Moser, Dominique Sturz, Stefan Wiedlroither, Anita Schachinger) gemeinsa mit Primar Dr. Johannes Fellinger und Behindertenanwalt Dr. Hansjörg Hofer.

Der Vorstand des Forums mit Primar Dr. Fellinger und Behindertenanwalt Dr. Hansjörg Hofer, April 2017 (von li nach re: Dominique Sturz, Stefan Wiedlroither, Johannes Fellinger, Anita Schachinger, Julia Moser, Handjörg Hofer)

In diesem Sinne arbeitet das Forum Usher Taubblind intensiv an einer Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Usher Syndrom, Hörsehbeeinträchtigung und Taubblindheit.

 

Daraus leiten sich insbesondere folgende 2 Ziele ab:

 

1. Übernahme der Dolmetschungs- und Assistenzkosten aus Fördermitteln der öffentlichen Hand 

Eine Kostenübernahme ist wichtig, damit das Forum Usher Taubblind für all seine Aktivitäten und Treffen Dolmetschungs- und Assistenleistungen bereit stellen kann. Nur so können wir gewährleisten, dass alle Betroffenen – egal welcher Ausprägung und egal welcher Kommunikationsform – aktiv am Vereinsleben teilnehmen können.

 

2. Die rechtliche Definition von „Taubblindheit“ muss erweitert werden.

Sozialminister Stöger mit Julia Moser und Bernadette Bauer-Kremser

Julia Moser (re) und Bernadette Bauer-Kremser (li) bei Sozialminister Alois Stöger (Mite), April 2017

Taubblindheit ist in Österreich als eigenständige Behinderungsart anerkannt. Jedoch ist der Begriff der „Taubblindheit“ in der österreichischen Rechtsordnung viel zu eng gefasst. Die Definition lautet derzeit: „Als taubblind gelten Blinde, deren Hörvermögen so hochgradig eingeschränkt ist, dass eine verbale und akustische Kommunikation mit der Umwelt nicht möglich ist.“ (§ 4a Abs 6 Bundespflegegeldgesetz – BPGG).

 

Österreichische Gerichte legen diese Definition sehr eng aus, sodass viele Betroffene rechtlich nicht als taubblind gelten. Es braucht daher klarere und objektivere Maßstäbe. Nur so kann der Tatsache Rechnung getragen werden, dass die kombinierte Hörsehbeeinträchtigung/Taubblindheit als eigene Behinderungsart spezifische Herausforderungen mit sich bringt. Dies wirkt sich ganz besonders in den Bereichen Mobilität und Kommunikation aus. Außerdem wird Betroffenen durch die zu enge Definition der Zugang zu Sozialleistungen, wie etwa dem Pflegegeld, erschwert. Weiters wird derzeit nur ein Bruchteil der tatsächlichen Betroffenen über die Zusatzeintragung „taubblind“ im österreichischen Behindertenpass statistisch erfasst.

 

Das Forum Usher Taubblind setzt sich daher für eine Erweiterung der Definition „Taubblindheit“ nach deutschem Vorbild ein.

 

Wesentliche Entscheidungsträger in der österreichischen Sozialpolitik, wie etwa Sozialminister Alois Stöger und Behindertenanwalt Dr. Hansjörg Hofer kennen diese Forderungen. Wir arbeiten intensiv an Lösungen für Menschen mit Usher Syndrom, Hörsehbeeinträchtigung und Taubblindheit in Österreich!

 


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